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Ja, das war aufregend...

Unser Sohn Darius spielt erst seit einem 3/4 Jahr Badminton. Und jetzt hieß es "Lust auf das 1. Turnier?". Die bejahende Antwort kam genauso schnell - gepaart mit der Frage, ob wir als Eltern denn wohl auch zum Austragungsort Braunschweig fahren und dabei auch gleich noch andere Kinder mitnehmen könnten. Jedes Elternteil sollte sich dazu einmal bereit erklären. Es lohnt das frühe Aufstehen am Wochenende!

Wie abgesprochen trafen wir den Betreuer Michael Helfers, luden noch Liam (der gleichzeitig mit Darius mit dem Sport angefangen hat) und den "alten Hasen" Emilia (sie spielt schon 2 Jahre) ein und dann ging es nach Braunschweig.
Ankunft um 8.45 Uhr, aber Start erst um 10.00 Uhr.
Die Kinder waren recht aufgeregt, fragten Emilia nach dem Ablauf, nach ihren Erfahrungen und den bisherigen Resultaten. Sie waren auch alle 3 innerhalb 3 Minuten schnell umgezogen und konnten den Start kaum erwarten.
Aber es sollte noch dauern... Da wurden erst die Spielfelder von den Gastgebern aufgebaut, Sitzbänke für Trainer, Betreuer und Eltern zurechtgestellt, das Buffet wurde bestückt mit Waffeln, Salat, Würstchen, Kaffee und weiterem...
Und DANN erst meinte Michael, dass sich alle warm spielen könnten. Das machten der Reihe nach dann auch alle rund 90 Kids, die aus Braunschweig, Salzgitter, Seesen, Weyhausen und weiteren Orten angetreten waren. Emilia kannte einige sogar schon von anderen Turnieren- man sieht sich ja wohl doch häufiger...

Dann wurden alle begrüßt, einige Regeln erläutert, und die ersten Teilnehmer gingen auf die 7 Felder; mitsamt je einem Kind als Klappkarten- Bediener (wobei Darius gleich der erste war, er die Klappkarten jedoch noch nie bedient hatte, aber das Procedere sofort von Michael erklärt bekam).
Emilia durfte als erste von unseren dreien spielen und gönnte dank souveränem Auftreten UND Spiel ihrer Gegnerin nach 2 haushoch gewonnenen Spielen gleich eine Pause. Hier merkte man die Spielerfahrung; auf der anderen Seite wollte Emilia natürlich ihren bisherigen Leistungsstand auch zukünftig höchstens nach oben verändern...

Dann war Darius dran- ausgerechnet gegen einen Jungen, der schon 3 Jahre lang spielt und gelistet ist. Psychologisch natürlich nicht der Glücksgriff! Und prompt verlor Darius den ersten Satz mit 14:21.
Aber... das war Taktik! Den 2. Satz gewann er mit 21:19 und ich hätte nicht gedacht, dass ich als Zuschauer so angespannt ein Spiel verfolgen würde. Jeder Punkt war Gold wert und ich war in Gedanken wohl noch verbissener und konzentrierter als mein Sohn! Den 3. Satz gewann dann zwar doch der "Gelistete" mit 18:21, aber er hatte es verdammt schwer und es gingen zwei durchgeschwitzte Jungs vom Spielfeld. ICH fand, dass das trotz des Ergebnisses eine ganz tolle Leistung war. Motto: der nächste Ball ist der wichtige, nicht der letzte!
Ein bisschen zeitversetzt begann auch Liam sein allererstes Spiel. Er war etwas aufgeregt, wollte unter keinen Umständen schon gleich zu Beginn verlieren. Den ersten Satz beendete er ganz schnell mit 21:10. Der Gegner kämpfte sich im 2. Satz mit 21:16 dann zum Patt. Aber Liam drehte noch mal auf, gab alles und verließ den Platz in Runde 3 mit 21:19. Die erste Anspannung fiel ab.

Zugegeben: alle drei bekamen in den Trinkpausen und dem Seitenwechsel von Michael technische und psychologische Tipps und auch die Teamkollegen, die gerade nicht spielten, waren kollegial mit Aufmunterungen zur Stelle... aber spielen musste ja jeder selber!
Erstaunlich fand ich, dass die zwischenzeitlichen Lautsprecherdurchsagen, herumrennende andere Kinder und auch plappernde Eltern am Spielrand nichts an der Konzentrationsfähigkeit unserer Burgdorfer geändert haben.
Im 2. Spiel gewann dann Darius, Liam verlor (auch gegen den "Gelisteten", den wir schon kannten) und auch Emilia unterlag dieses Mal (sicher nur, weil die Gegnerin eine sehr "mächtige" Erscheinung war). So hatte jeder nun einmal verloren und einmal gewonnen. Aber der Ehrgeiz war nun noch größer als zuvor. Unterstützend gab es eine Taktik- Teambesprechung vom Betreuer.
Und dann ging es in die 3. Runde. Dumm, dass die Jungs gegeneinander spielen mussten- aber die beiden lieferten sich ein knallhartes Match und sind immer noch befreundet.

Nach dem 4. Spiel verließen die Burgdorfer dann mit Platz 2 (Emilia), Platz 4 (Liam) und Platz 6 (Darius) die Braunschweiger Gastgeber.

Natürlich hätte ich als Mutter meinen Sohn gerne auch auf dem Treppchen gesehen, aber vor dem, was ich gesehen habe - und auch dem psychischen Druck- habe ich mächtig Respekt bekommen.
So kann ich als Begleitung sagen, dass auch ich eine echt spannende Zeit während des Turniers hatte. Und besonders die Jungs werden dieses Turnier als wichtige Erfahrung mit Niederlage, Sieg, Teamgeist und Ehrgeiz in Erinnerung behalten.

Auf der Heimreise war unser Auto in jeder Hinsicht für mich "das Auto der Gewinner"!